Geteilte oder dedizierte vCPU?

Bei Cloud-Servern und VPS steht fast immer eine Zahl wie „4 vCPU“. Hinter derselben Zahl kann aber sehr unterschiedliche Leistung stecken – je nachdem, ob du dir die Rechenkerne mit anderen teilst oder sie für dich reserviert sind.

Was eine vCPU ist

Eine vCPU ist ein virtueller Prozessorkern, den der Anbieter deinem Server zuteilt. Meist entspricht sie einem Hardware-Thread eines physischen Prozessors, nicht einem ganzen Kern. Auf einem physischen Server laufen viele virtuelle Server nebeneinander.

Geteilte vCPU

Bei geteilten vCPUs (englisch „shared“) teilen sich mehrere Kunden die Rechenkerne. Anbieter vergeben dabei mehr vCPUs, als physisch vorhanden sind, weil die meisten Server die meiste Zeit wenig rechnen.

  • Vorteil: deutlich günstiger.
  • Nachteil: Rechnen deine Nachbarn gerade viel, bekommst du weniger Leistung ab. Die Leistung schwankt.
  • Passt für: Websites, kleine Shops, Entwicklungs- und Testumgebungen, VPN, Monitoring, Bots – alles, was meist wartet und nur kurz rechnet.

Dedizierte vCPU

Bei dedizierten vCPUs sind die Kerne für dich reserviert. Niemand sonst rechnet darauf.

  • Vorteil: gleichbleibende, planbare Leistung.
  • Nachteil: kostet mehr.
  • Passt für: Datenbanken unter Last, Build- und CI-Server, Videokonvertierung, Gameserver, Anwendungen mit gleichmäßig hoher CPU-Last.

Woran du erkennst, was du bekommst

Viele Anbieter schreiben es in den Namen oder die Produktbeschreibung. Bei Hetzner etwa sind die CCX-Typen dediziert, die CX- und CPX-Typen geteilt. In unserem Cloud-Vergleich steht es auf jeder Karte („geteilte Kerne“ oder „dedizierte Kerne“), und du kannst mit dem Filter vCPU-Art gezielt danach suchen.

Prüfen, ob dein Server ausgebremst wird

Unter Linux zeigt der Wert „st“ (steal time) in top oder vmstat 1, wie viel Rechenzeit dir der Host gerade vorenthält, weil andere sie nutzen. Einzelne Prozent sind bei geteilten vCPUs normal. Liegt der Wert dauerhaft hoch und ist deine Anwendung spürbar langsam, ist ein Typ mit dedizierten vCPUs die Lösung.

Faustregel

Starte mit geteilten vCPUs, wenn deine Anwendung meist auf Anfragen wartet. Wechsle auf dedizierte vCPUs, sobald die CPU-Last dauerhaft hoch ist oder schwankende Antwortzeiten stören. Wird selbst das zu teuer, lohnt ein Blick auf einen ganzen physischen Server: Cloud-Server oder Dedicated Server?

Stand: 27. September 2026

ServerRadar24

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